Beikostplan für dein Baby: richtig zufüttern

Beikostplan Baby

Wohl alle Eltern wollen ihrem Baby einen möglichst gesunden Start ins Leben ermöglichen. Dazu gehört zweifellos auch die richtige Ernährung. Zunächst ist alles recht einfach: das Baby wird gestillt und wenn das nicht funktionieren sollte, bekommt es das Fläschchen. Doch irgendwann ist es soweit: Die Eltern müssen sich mit dem Beikostplan des Babys auseinandersetzen. Ab welcher Woche gibt es Beikost? Ab wann bekommt das Baby Familienkost? Welches Getreide ist gut für das Baby?

Baby wird gefüttert

Es ist gar nicht so einfach, hier den richtigen Weg zu finden. Das fängt schon damit an, dass Hersteller von Babybreien damit werben, nicht allzu lange mit dem Zufüttern zu warten. Verständlich, dass Eltern sich hiervon schnell verunsichern lassen, schließlich will jeder nur das Beste für sein Baby. Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für die Beikost und nach dem Beikostplan stellt sich also vermutlich allen Eltern.

Der Beikostplan ist in jedem Fall ein wichtiger Wegweiser, wenn du dein Baby gesund ernähren willst. Je älter das Kind wird, desto mehr Nährstoffe braucht es und nach und nach – ganz langsam – wird das Stillen durch die Gabe von Brei abgelöst.

 

Muttermilch und Säuglingsmilch

 

Muttermilch hat ausgesprochen viele Vorteile: Die Zusammensetzung ist perfekt an die kindlichen Bedürfnisse angepasst, sie enthält wichtige Nährstoffe für Wachstum und Entwicklung des Kindes, noch dazu ist sie hygienisch einwandfrei und richtig temperiert. Nicht zu vergessen: sie ist immer verfügbar, kostenlos und ungemein praktisch. Und sie passt sich ändernden Bedürfnissen deines Babys optimal an.

Es sprechen also genügend Gründe dafür, dass Baby so lange wie möglich zu stillen und nicht vorschnell mit der Beikost zu beginnen. Und auch wenn du bereits den ersten Brei einführst, solltest du dein Kind darüber hinaus noch weiterstillen.

Mutter stillt Baby

Selbiges gilt für Flaschenkinder. Auch bei ihnen muss die Beikosteinführung behutsam und nicht zu früh ablaufen. Pre-Milch ist weiterhin wichtiger Ernährungsbestandteil.

 

Baby Ernährung 5. bis 9. Monat: Einführung der Beikost

 

Immer wieder wird behauptet, dass es zwischen dem 4. und 6. Monat so langsam Zeit wird, sich über die Beikosteinführung Gedanken zu machen. Dennoch solltest du dich davon nicht verunsichern lassen: jedes Babys ist zu einem anderen Zeitpunkt reif für die Beikost und erfahrungsgemäß sind es sogar nur die wenigsten Babys vor dem 6. Monat, die meisten eher erst kurz danach. Achte auf die Beikostreifezeichen deines Kindes, dann wird das Thema Beikost für dich und dein Baby nämlich deutlich entspannter!

Babys, die noch nicht reif sind für Beikost, tun sich damit schlichtweg schwer und sollten lieber noch eine Weile weitergestillt werden. Das schadet ihnen nämlich nicht, ganz im Gegenteil!

 

Beikostplan Einführung Tabelle

 

Alter/Tageszeit5-7 Monate6-8 Monate7-9 Monateab 10 Monaten

*Diese Tabelle dient als grobe Richtlinie. Mutter- oder Säuglingsmilch sollten weiterhin zu den Brei-Mahlzeiten verabreicht werden und sind im ersten Lebensjahr Hauptnahrungsmittel.

 

Beikost Plan: Wann wird welcher Brei gefüttert?

 

Was zunächst ziemlich kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach. Die Empfehlungen für die Reihenfolge der Beikost Einführung basieren auf dem Ernährungsplan des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund. Dabei folgt die Einführung der Beikost einer gewissen Reihenfolge, um dein Baby und seine Verdauung langsam an Brei zu gewöhnen. Nachfolgend sind die Breisorten beschrieben, die laut Beikostplan eingeführt werden. Wie du den ersten Brei am besten verabreichen kannst, findest du im Artikel zur Beikosteinführung.

 

1. Brei: Gemüse-Brei und Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

 

Es wird empfohlen, dem Baby als ersten einen Gemüsebrei zu füttern und zwar in der Regel um die Mittagszeit. Dieser kommt also als erster Brei auf den Tisch und das meistens zwischen dem 5. und dem 7. Monat, je nach Beikostreife. Am Anfang eignen sich süße Gemüsesorten wie Kürbis, Karotte oder Pastinake, da die Muttermilch auch süß schmeckt. Die Akzeptanz ist dann größer. Sorge später gut für Abwechslung bei den Gemüsesorten, damit dein Kind viele Geschmäcke kennen lernt.

Der erste Brei mit Gemüse

Wenn dein Baby diese Gemüsesorten gut verträgt, kannst du gut pürierte Kartoffeln auf den Ernährungsplan des Babys setzen. Manche geben auch einen Tropfen hochwertigen Öls in den Brei, damit die Vitamine besser aufgenommen werden können. Wenn du nach dem Essen stillst, sollte das aber nicht nötig sein.

Zuletzt kannst du dem Brei mageres Fleisch hinzugeben, wie Huhn oder Rind. Dadurch erhält dein Baby Eisen und Vitamin B12. Hin und wieder kannst du das Fleisch auch durch Seefisch ersetzten, um dein Kind mit Omega-3-Fettsäuren und Jod zu unterstützen. Achte hier, wie bei allen Zutaten, auf eine gute, biologische Qualität. Mit Schadstoffen belastete Nahrung schadet auch deinem Kind.

 

2. Brei: Milch-Getreide-Brei

 

Als nächstes steht beim Baby Beikostplan der abendliche Milch-Getreide-Brei auf dem Programm und zwar mit etwa 6-8 Monaten. Getreide ist ein wichtiger Nährstofflieferant, er hat allerdings auch Allergie-Potenzial. Auch Kuhmilch ist ein oft diskutiertes Thema, da sie ebenso Allergien und Unverträglichkeiten auslösen kann.

Der zweite Brei mit Getreide

Ernährungswissenschaftler sehen die Zusammensetzung der Kuhmilch kritisch. Der Eiweiß- und Mineralstoffgehalt sei einfach zu hoch. Dazu finden sich auch zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren, zu wenig Eisen und Jod darin. Die Bestandteile sind eben für Kälber und nicht für Menschenbabys ausgerichtet.

Das betreffe allerdings Kuhmilch als reines Getränk. Ab dem sechsten Monat wären kleine Mengen im Getreide-Brei jedoch in Ordnung. Denn dann ist die Verdauung des Babys meist im Stande, die Milch zu verarbeiten.

Alternativ bereitest du den Brei mit Wasser zu und stillst dein Kind danach noch. Oder du verwendest spezielle Säuglingsmilch (pasteurisiert und ultrahoch erhitzt) für den Brei.

 

3. Brei: Getreide-Obst-Brei

 

An der dritten und letzten Stelle beim Beikostplan steht der Obst- und Getreide-Brei, der in der Regel zwischen dem 7. und 9. Monat eingeführt und nachmittags gefüttert wird. Dieser Brei ist milchfrei und somit eiweißarm. Als Obstsorten kommen zum Beispiel Banane, Apfel, Birne und Pfirsich in Frage.

Egal, um welchen Brei es sich handelt: Nach und nach darfst du ruhig etwas variieren und unterschiedliche Getreide-, Obst- und Gemüsesorten ausprobieren. Mag dein Baby etwas nicht, probiere es einfach ein paar Wochen später nochmal aus.

 

Ernährungsplan Baby 10. – 12. Monat: Einführung Familienkost

 

Bis das Baby an der Familienkost teilnehmen kann, dauert es etwas. Es wird geraten, damit erst mit dem 10. Monat zu beginnen. Dabei darfst du ruhig ein wenig experimentieren: Das Kind kann jetzt bei den Erwachsenen mitessen. Lass es am besten immer mal wieder etwas von deinem Teller probieren, so kann es auf den Geschmack kommen. Wichtig: das Essen sollt ein diesem Fall keinesfalls gewürzt oder gesalzen sein.

Baby isst Familienkost

Auch morgens darf dein Kind jetzt am Familientisch mitessen. In der Regel ist das Obst, Obstsaft, Joghurt oder weiches Müsli bzw. Getreide.

 

Vegetarische oder vegane Kost für das Baby?

 

Kann bzw. darf man Babys vegetarisch ernähren? Daran scheiden sich immer wieder die Geister. Wenn man sich aber eingehender mit der Materie beschäftigt, kommt man zu dem Schluss: Ja, man darf. Es gibt quasi nichts, was nicht auch in pflanzlicher Kost vorkommen würde, mit einer Ausnahme: Vitamin B12.

Babys zur rechten Zeit an Brei gewöhnen

Für alle Formen der Ernährung gilt, dass es abwechslungsreich sein sollte – und das ist heute mit einer vegetarischen Ernährung völlig problemlos möglich, einzig und allein auf das Vitamin B12 sollte geachtet werden.

Wer sein Kind vegetarisch ernähren will, sollte darauf achten, dass es genug Eisen zu sich nimmt, da Milchprodukte die Eisenaufnahme hemmen. Eisen steckt vielmehr in Innereien von Tieren, die man einem Baby ohnehin nicht gibt. Eisen steckt aber auch in Haferflocken oder Hirse und viele anderen Getreidesorten.

Willst du dein Kind vegan ernähren, suche dir am besten einen kompetenten Ernährungsberater. Mache dich mit Fachliteratur schlau und lies Artikel und Expertenmeinungen. Lasse regelmäßig kontrollieren, ob dein Kind sich gut entwickelt und ob alle nötigen Nährstoffe mit der Ernährung abgedeckt sind. Wenn du alles richtig machst, ist das kein Thema. Bei unzureichender Kompetenz kann das Kind Mangelernährung erleiden, die seine Entwicklung beeinträchtigt. Die meisten Kinder- und Jugendärzte raten jedoch von einer rein veganen Ernährung bei Babys eher ab.

 

Getränke laut Ernährungsplan für dein Baby

 

Wie viel sollen Babys eigentlich trinken? Trinken ist schließlich wichtig. Vor allem in der Zeit, in dem das Baby noch die Brust bekommt, sind viele Eltern verunsichert. Reicht das als Flüssigkeitsmenge aus? Ab wann darf das Baby Wasser oder Tee trinken? Welche Getränke eignen sich am besten?

Dein Baby sollte Wasser oder Tee am besten erst mit einem halben Jahr im Rahmen des Beikostplans bekommen. Durch die schrittweise Einführung der Beikost ist der Flüssigkeitsbedarf deines Babys höher und das Stillen reicht für die Flüssigkeitsversorgung nicht mehr aus. Babys haben ab der ersten Breimahlzeit einen zusätzlichen Flüssigkeitsbedarf von etwa 400 Milliliter, zusätzlich zur gefütterten Menge an Milch.

Babys trinken gerne Wasser

Gut geeignet als Getränk für das Baby ist Wasser ohne Kohlensäure, ungesüßte Kräutertees und Früchtetees. Auf Pfefferminztees sollte bei Babys verzichtet werden, da sie Menthol enthalten. Gemüse- und Fruchtsäfte hingegen enthalten zu viel Zucker. Wenn es sein muss, dann nur als Schorle im Verhältnis 4:1 anbieten. Meist wird ein Baby von sich aus keine gesüßten Getränke verlangen. Oft wollen die Großen das Kind verwöhnen und führen sie erst an die Zuckerbomben heran, die dann natürlich angenommen werden.

Nachfolgend findest du eine Auflistung über die empfohlenen Trinkmengen am Tag.

 

Milchmenge bei Babys, die mit Stillen oder Fläschchen gedeckt wird:

 

  • Neugeborenes: 30 Milliliter bis 80 Milliliter pro Mahlzeit in der ersten Woche
  • Baby 2 Monate: bis 100 Milliliter pro Mahlzeit
  • Baby 3 Monate: bis 130 Milliliter pro Mahlzeit
  • Baby 4 Monate: bis 170 Milliliter pro Mahlzeit
  • Baby 5 Monate und älter: bis 200 Milliliter pro Mahlzeit

 

Geschätzte Trinkmenge, wenn zugefüttert wird. Zusätzlich zum Stillen oder Fläschchen:

 

  • 400 Milliliter und mehr ab dem ersten Brei
  • 600 Milliliter und mehr ab der Familienkost
  • 700 Milliliter und mehr bei Zwei- bis Dreijährigen
  • Ca. 1,5 Liter bis zum siebten Lebensjahr

 

Beikostplan: Empfehlungen für allergiegefährdete Babys

 

Gerade das Allergieproblem bereitet viele Eltern Kopfzerbrechen: Kuhmilchallergie, Zöliakie und viele weitere Unverträglichkeiten sind auf dem Vormarsch.

Grundsätzlich wird empfohlen, dem Baby im ersten Jahr überhaupt keine Kuhmilch und auch keine andere Tiermilch zum Trinken zu geben, da diese als allergieauslösend gelten. Auch Sojamilch eignet sich im ersten Lebensjahr noch nicht.

Wenn das Kind auf die ersten Beikost Getreide-Breie mit Bauchschmerzen oder Blähungen reagiert, solltest du am besten stattdessen auf Hirse oder andere glutenfreie Getreidesorten zurückgreifen. Veränderungen der Haut deuten ebenso auf eine Unverträglichkeit hin.

Die erste Empfehlung als Prävention gegen Allergien ist und bleibt das Stillen und zwar so lange wie möglich.

 

Nahrungsergänzung für das Baby?

 

Säuglinge bekommen in ihrem ersten Lebensjahr sowohl Vitamin K als auch Vitamin D, außerdem Fluorid als Nahrungsergänzung verabreicht. Vitamin K wird während der Vorsorgeuntersuchungen in Tropfenform verabreicht, Vitamin D ab der 2. Lebenswoche als Tablette oder ebenfalls in Tropfenform, genau wie auch Fluorid. Am besten, du befragst deinen Arzt zu diesem Thema.

 

Fazit

 

Beim Thema Einführung von Beikost brauchst du vor allem eins: sehr viel Geduld. Denn beim Essen gilt genau wie überall: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Babys müssen das Essen vom Löffel erst lernen, da es ganze anders funktioniert als das Trinken an Brust oder Flasche. Lass deinem Baby Zeit, sei geduldig und zwinge es zu nichts. Babys sind keine Gourmets, sondern lehnen oftmals vieles erst einmal ab.

Halte dich an den oben genannten Beikostplan für dein Baby, aber siehe es nicht als zwingend an – auch hier darfst du ruhig etwas flexibel bleiben.
Jedes Kind lernt früher oder später essen. Das eine Baby ist ein schlechter Esser, das andere ein guter. Auf jeden Fall solltest du jetzt die Grundlagen legen für eine gesunde Ernährung, denn gerade das ist im ersten Lebensjahr eine wichtige Basis für ein gesundes Leben deines Kindes.

Über Anna 50 Artikel
Hi, mein Name ist Anna. Ich gehöre zum Autoren Team, welches dich zu allen Themen rund um Baby, Kind und Familie begleitet. Als erfahrene Mutter von zwei Kindern weiß ich genau wie schwierig der Alltag sein kann. Deshalb möchte ich dir hier auf babysicherheit24.de meine Erfahrung zur Verfügung stellen!