Baby Abstillen: wann und wie am besten?

Baby richtig Abstillen
Irgendwann ist er gekommen, der Zeitpunkt, an dem es heißt, Abschied vom Stillen zu nehmen. Und zwar sowohl fĂŒr die Mutter als auch fĂŒr das Baby. Wenn sich der Stillrhythmus erst mal richtig eingespielt hat, ist es nicht immer einfach, das Kind zu entwöhnen.

Wie lange dauert das Abstillen? Was gibt es beim Abstillen fĂŒr Hausmittel? Kann es zum Milchstau durch Abstillen kommen? Was bedeutet Abstillen nach Gordon? Ab wann ist ein Abstillen nachts sinnvoll und möglich?

Damit das Abstillen fĂŒr beide problemlos funktionieren kann, haben wir zum natĂŒrlichen und sanften Abstillen ein paar Tipps fĂŒr dich.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Abstillen

Der richtige Zeitpunkt zum Abstillen ist individuell

 

Baby sanft Abstillen: Muttermilch ist mehr als „nur“ Nahrung

 

Stillen ist weitaus mehr ist als nur pure Nahrungsaufnahme. Das ist zwar der Hauptgrund, wenn das Baby gestillt wird, dennoch darf man nicht vergessen, dass das Stillen fĂŒrs Baby auch einen Trost darstellt. Es wirkt immunfördernd, es fungiert als Einschlafhilfe und es stĂ€rkt die Mutter Kind Bindung ganz immens. Außerdem dient Stillen der AllergieprĂ€vention. Insofern ist ein langsames und sanftes Abstillen nach Plan besser ist fĂŒr Mutter und Kind als ein schnelles Abstillen.

 

Wie lautet die Stillempfehlung der WHO?

 

Die WHO rĂ€t eindeutig davon ab, dem Baby bereits vor dem Alter von 6 Monaten Beikost zu geben. Dennoch tun dies in den IndustrielĂ€ndern 60% der MĂŒtter. Zudem empfiehlt die WHO, genau wie auch andere Gesundheitsbehörden und Stillberaterinnen, das Baby mindestens 6 Monate lang ausschließlich mit Muttermilch zu ernĂ€hren und ihm darĂŒber hinaus bis zu einem Alter von 2 Jahren auch weiterhin Muttermilch zu geben.

Babys genießen es, dass sie ihrer Mama beim Stillen so nahe sind, sie profitieren vom immunfördernden Effekt und von der AllergieprĂ€vention. Generell stillen nur wenige MĂŒtter ihr Baby so lange, sondern haben es meistens mit etwa einem Jahr bereits abgestillt.

 

Still Umfrage babysicherheit24.de

Verwunderlich ist das frĂŒhe Abstillen nicht. Noch immer herrscht die Meinung vor, Kleinkinder, die gestillt werden, seien seltsam und verwöhnt. Wenn ein Baby an die Brust geht, ist das normal, bei einem Kleinkind sehen das viele anders. Zudem macht die BerufstĂ€tigkeit der MĂŒtter ein langes Stillen oft schwer. Generell kann man von einem gewissen sozialen Druck sprechen. Und natĂŒrlich schĂ€tzt man auch ein StĂŒck seiner zurĂŒckgewonnenen Freiheit.

Dabei schĂ€tzen Anthropologen, dass das natĂŒrliche Abstillalter des Menschen sogar noch höher liegt als 2 Jahre. Viele Fakten sprechen dafĂŒr: die Entwicklung der ZĂ€hne, das Gewicht etc. Manche Forscher vertreten daher sogar die Meinung, dass Kinder zwei bis 4 Jahre gestillt werden sollten. UnnatĂŒrlich ist daran im Übrigen rein gar nichts, denn schließlich hat die Natur die Muttermilch als die optimale Nahrung fĂŒr SĂ€uglinge bereitgestellt. Schade also, wenn man die sich daraus ergebenden Vorteile nicht lange genug nutzen wĂŒrde.

 

Wie lange kann man maximal stillen?

 

Eine Regel, wie lange du dein Kind stillen kannst oder darfst, gibt es nicht. Hier gilt ganz klar, dass der Zeitpunkt des Abstillens dann richtig ist, wenn er sich fĂŒr die Mutter und das Baby am besten anfĂŒhlt. Beide sollten erst dann abstillen, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist und wenn ihr dafĂŒr bereit seid.

 

Warum ist trotz Beikost Stillen wichtig?

 

Leider denken viele MĂŒtter fĂ€lschlicherweise, dass Muttermilch nicht mehr wichtig ist, wenn ihr Baby einmal angefangen hat, die erste Beikost zu beikommen. Das stimmt aber nicht. Es gibt nĂ€mlich keine bessre Milch fĂŒr dein Baby als Muttermilch. Sie bleibt auch Monate nach EinfĂŒhren des Beikostplans noch die HauptnĂ€hrstoffquelle fĂŒr das Baby.

 

Was sind keine GrĂŒnde zum Abstillen?

 

Manchmal glauben MĂŒtter fĂ€lschlicherweise, dass sie aus verschiedenen GrĂŒnden das Baby abstillen mĂŒssten. Weder die RĂŒckkehr in der Beruf, noch die erste Beikost noch das Wiedereintreten der Periode sind ein Grund, das Baby abzustillen. Sogar bei einer Krankheit und einer damit verbunden Medikamenteneinnahme muss nicht zwingend abgestillt werden.

In vielen FĂ€llen ist es möglich, die Muttermilch abzupumpen und einzufrieren oder, wie im Fall der Medikamenteneinnahme, abzupumpen und wegzuschĂŒtten und danach wieder weiterzustillen. HierfĂŒr solltest du dich aber in jedem Fall an den Arzt wenden.

Einige Babys treten in einen Stillstreik - kein Grund zum Abstillen

PrĂŒfe vor dem Abstillen, ob es wirklich die einzige Möglichkeit ist

Babys können auch in den Stillstreik treten. Dies ist auf keinen Fall mit dem Wunsch des Babys nach dem Stillende gleichzusetzten. Hier lehnt das Baby die Brust ab, obwohl es sie noch braucht und will. GrĂŒnde dafĂŒr können eine verstopfte Nase, Zahnen, Mundsoor, Stress, neue GerĂŒche an der Mutter, u.v.m. sein. Nach dieser Zeit kann noch eine innige Stillbeziehung entstehen. Nur nicht aufgeben.

Auch eine Mastitis ist kein Grund fĂŒr ein schnelles Abstillen. Diese Angelegenheit ist zwar schmerzhaft, dennoch ist es in den allermeisten FĂ€llen problemlos möglich, weiterzustillen. Das Stillen hilft sogar bei der Behandlung. Richtig Stillen kann man ĂŒbrigens auch mit Flachwarzen, Schlupfwarzen und Hohlwarzen.

Wenn du wieder schwanger bist und dein Àlteres Kind noch stillen willst, ist auch das kein Grund zum Abstillen, denn Stillen wÀhrend der Schwangerschaft ist ebenfalls möglich.

Wichtig ist aber vor allem: Lass dir von niemandem reinereden, wann du abstillen sollst und was fĂŒr dein Baby das Beste ist – das wissen du und dein Baby am besten! Verlasse dich also auf dein BauchgefĂŒhl und wenn du das Stillen und die NĂ€he zu deinem Baby genießt, wird sich vermutlich immer auch ein Weg finden, weiterzustillen.

 

Sanft Abstillen: Wann ist es Zeit zum Abstillen?

 

Nicht immer ist der richtige Zeitpunkt zum Abstillen offensichtlich. Es gibt aber ein paar Anzeichen dafĂŒr, dass dein Baby fĂŒr ein sanftes Abstillen bereit ist.

In jedem Fall sollte der Beginn des Abstillens ganz entspannt vor sich gehen. Darum ist ein Beginn, wenn das Kind zahnt, krank ist oder geimpft wurde, eher unpraktisch.

Wenn dein Baby etwa zwei Jahre alt ist, beginnt das natĂŒrliche Abstillalter. Nun nimmt dein Kind reichlich Nahrung auf und zeigt zugleich immer weniger das Interesse an der Brust. Das ist ein eindeutiges Anzeichen dafĂŒr, dass der richtige Zeitpunkt zum Abzustillen da ist.

 

Wie stillt sich das Baby selbst ab?

 

Die Natur hat es schon ziemlich schlau eingerichtet: Mit jeder zusÀtzlichen Beikost, die du deinem Kind gibst, wird die Milchmenge nach und nach immer weniger. Du wirst demzufolge auch seltener stillen und dein Baby vermutlich weniger oft an die Brust wollen.

Irgendwann ist es dann so weit: Dein Baby vergisst vielleicht, dass es eigentlich an die Brust wollte, vielleicht besteht eine neue Schwangerschaft und die Milch schmeckt anders oder dein Kind nuckelt nur noch und es kommt keine Milch mehr, woraufhin es sich vielleicht auch mit einem Schnuller begnĂŒgt. Dein Kind hat sich dann von ganz alleine abgestillt..

GrĂ¶ĂŸere Babys stillen sich ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum oft selbst ab

Ein Abstillen durch das Baby dauert oft etwas lÀnger

Übrigens sind Hebammen fast einstimmig der Meinung, dass sich ein Baby unter einem Jahr im Normalfall nicht alleine abstillt. Wenn also kleinere Kinder oder Babys die Brust verweigern, steckt womöglich etwas anderes dahinter. In dem Fall solltest du deine Hebamme oder Stillberaterin um Rat bitten

Entwöhnt sich das Kind von ganz alleine, vergehen bestimmt mehrere Jahre von der ersten Breimahlzeit bis zum kompletten Abstillen. Der genaue Zeitraum ist hier von Kind zu Kind unterschiedlich.

 

Wie stillt man das Baby ab?

 

 

Wenn das Baby mit etwa einem halben Jahr Beikost erhĂ€lt, wirst du feststellen, dass es nach und nach immer weniger an der Brust trinkt. Vermutlich möchte es irgendwann nur noch wenige Stillmahlzeiten pro Tag, da die Hauptmahlzeiten an der Brust nach und nach ersetzt werden. Das Abstillen ist also im Idealfall ein langsamer Prozess, bei dem dein Baby Schritt fĂŒr Schritt sanft von der Brust entwöhnt wird.

 

NatĂŒrliches Abstillen

 

Wenn das Baby nach und nach immer weniger an der Brust trinkt und sich irgendwann von selbst abstillt, spricht man von natĂŒrlichem Abstillen. Dein Körper hat dabei ausreichend Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen, und zwar sowohl emotional als auch physisch.

Diese Variante ist fĂŒr ein Abstillen ohne Milchstau am besten geeignet. Eine Brustschwellung tritt hier deutlich seltener auf als bei schnellem Abstillen. Das Speichervolumen reduziert sich langsam und die MilchdrĂŒsen haben genug Zeit, sich zurĂŒckzubilden.

Die Mutter hat beim natĂŒrlichen und sanften Abstillen nicht das GefĂŒhl, dass sie ihr Baby abweisen muss, sondern lĂ€sst es so lange immer mal wieder trinken, bis es von allein kein BedĂŒrfnis mehr hat.

 

Langsames Abstillen

 

Zwar ist langsames Abstillen ganz Ă€hnlich wie natĂŒrliches Abstillen, es gibt dabei aber einen entscheidenden Unterschied: Die Mutter entscheidet, wann mit dem Abstellen begonnen wird und nicht das Baby. Der Vorteil ist hierbei, genau wie auch beim natĂŒrlichen Abstillen, dass sich die Milchmenge langsam reduzieren kann.

Langsames Abstillen ist fĂŒr Baby und Mutter ein Vorteil

Sanftes Abstillen nach Plan ist fĂŒr Mutter und Kind ein Vorteil

Vorrangig ist der soziale Druck ein Grund fĂŒr viele, schon vor dem 1. Geburtstag abzustillen. Das biologische Stillalter ist den wenigsten bekannt (das sogar ĂŒber 2 bis 3 Jahre reicht). Auch die LebensumstĂ€nde erschweren oft ein langes Stillen.

Wird vor dem ersten Geburtstag abgestillt, ist eine Muttermilchersatznahrung notwendig. Damit kann das Kind langsam an die Babyflasche gewöhnt werden, sollte es diese noch nicht annehmen. Die Stillmahlzeiten können so nach und nach durch das FlĂ€schchen ersetzt werden. Manchmal kann die Milch auch mit Wasser verdĂŒnnt werden, um die Gewöhnung zu beschleunigen.

So kann die Stillmenge langsam abnehmen und die Ersatznahrung zunehmend gefĂŒttert werden. Wichtig ist, dass dein Baby immer noch genug NĂ€he von dir bekommt und sein SaugbedĂŒrfnis befriedigen kann. Hier kann ein Schnuller helfen. Kuscheln, Vorlesen oder Vorsingen kann die NĂ€he beim Stillen auch gut ersetzen, genauso wie Streicheleinheiten.

 

Schnelles oder vorzeitiges Abstillen

 

Ein hĂ€ufiger Grund fĂŒr ein abruptes Abstillen ist eine schwere Erkrankung der Mutter, bei der die Behandlung nicht mehr mit dem Stillen vereinbar ist. Auch eine lĂ€ngere Trennung kann Grund fĂŒr ein schnelles Abstillen sein.

Am besten ist es, wenn auch beim schnellen Abstillen etwas langsamer reduziert wird. Wenn du weiter stillen darfst, so ersetzte vorerst jede 3. Stillmahlzeit durch Ersatzmilch. Und ein paar Tage spÀter weitere.

Plötzliches Abstillen kann zu Milchfieber, Milchstau, Mastitis oder gar einem Abszess in der Brust fĂŒhren. Um eine Brustschwellung zu vermeiden, wirst du wahrscheinlich in der ersten Zeit Milch abpumpen mĂŒssen. Eine Alternative dafĂŒr ist das Ausstreichen der Milch mit der Hand. Zu Beginn dieses schnellen Abstillens werden sich deine BrĂŒste vermutlich geschwollen anfĂŒhlen und empfindlich sein. KĂŒhlkompressen oder Quarkwickel sorgen dabei fĂŒr Linderung. Nach und nach aber passen sie sich der neuen Situation an.

Ein schnelles Abstillen mit UnterstĂŒtzung von Medikamenten war weit verbreitet. Durch schwerwiegende Nebenwirkungen wird heute jedoch davon abgeraten und ein Schrittweises Entleeren bevorzugt – ohne Nebenwirkungen.

Viele MĂŒtter halten ihr Baby in der ersten Zeit des Abstillens im Arm, um es zu trösten. Dabei geben sie ihm das FlĂ€schchen mit Mutterersatznahrung.  FĂŒr ein Baby kann ein schnelles Abstillen traumatisch sein und ebenso auch die MĂŒtter emotional belasten. Nach Möglichkeit sollte nie zu abrupt abgestillt werden.

 

Wie Nachts sanft abstillen

 

Das hĂ€ufige nĂ€chtliche Aufstehen kann ganz schön an die Substanz gehen. Davon weiß wohl jede stillende Mutter ein Lied zu singen. Viele Kinder wollen gerade abends und nachts hĂ€ufiger gestillt werden. Manche MĂŒtter denken dann fĂ€lschlicherweise, ihr Baby wĂŒrde an der Brust nicht satt. NĂ€chtliches Abstillen vor dem ersten Geburtstag jedoch fĂŒhrt in den wenigsten FĂ€llen dazu, dass das Kind nachts besser durchschlĂ€ft, so wie erhofft.

Um nachts irgendwann dauerhaft abzustillen, solltest du deinem Baby zuerst beibringen, dass es auf andere Art und Weise einschlÀft als an der Brust. Denn wenn es abends so gewöhnt ist, an der Brust nuckelnd einzuschlafen, wird es das nachts, wenn es aufwacht, erneut einfordern.

Nachts ist das Abstillen oft am schwierigsten

Nachts benötigen Babys oft besonders viel NÀhe

Eine wichtige Voraussetzung m nachts dauerhaft abzustillen ist, dass du wirklich davon ĂŒberzeugt bist. Wenn du daran zweifelst oder der Meinung bist, dass es dein Kind ĂŒberfordert, wird es dies möglicherweise spĂŒren und das Vorhaben wird scheitern. Willst du dein Baby nachts abstillen, rede mit ihm darĂŒber, egal, wie jung es ist. Sage ihm auch, dass du es dabei nie alleine lasen wirst.

Der Zeitpunkt fĂŒr das Abstillen in der Nacht ist ebenfalls wichtig. Dein Kind sollte nicht zahnen, es sollte gesund sein und nicht gleichzeitig andere belastende VerĂ€nderungen wie einen Umzug oder eine Kitaeingewöhnung durchmachen.

In diesem Zusammenhang ist auch das Abstillen nach Gordon interessant. Der amerikanische Kinderarzt Dr. Jay Gordon hat nĂ€mlich extra fĂŒr das Abstillen nachts einen 10 NĂ€chte Plan entwickelt, mit dem MĂŒtter sanft abstillen können. Dabei wird die Nahrungsaufnahme sanft reduziert, aber nicht die körperliche NĂ€he. Das ist vor allem fĂŒr Kinder ab etwa einem Jahr gut möglich, da sie ab diesem Alter in der Lage sind, nachts ohne Nahrung auszukommen.

 

Probleme beim Abstillen

 

Das Abstillen funktioniert nicht immer so, wie es geplant ist. Wichtig ist aber immer vor allem eins: viel Zeit. Auch wenn man immer mal wieder von einem Geheimtipp hört, wie das Abstillen ganz einfach und schmerzlos in nur wenigen Tragen „klappt“. Das ist meistens pure Theorie!

Fest steht, dass es vor allem beim schnellen Abstillen nicht nur zu seelischen, sondern auch zu körperlichen Problemen bei der Mutter kommen kann.

 

Das Baby möchte nicht abgestillt werden

 

Möglicherweise ist dein Baby noch nicht dazu bereit, abgestillt zu werden. Du merkst das daran, dass es immer wieder an die Brust will und es ihm schwer fĂ€llt, auf Milchmahlzeiten zu verzichten. Du kannst dann entweder den Zeitpunkt des Abstillens noch einmal nach hinten verschieben oder deinem Kind das Abstillen erleichtern, indem du es mit zusĂ€tzlichen ZĂ€rtlichkeiten und viel Körperkontakt verwöhnst. Außerdem wird es manchmal einfacher, wenn das SaugbedĂŒrfnis deines Babys alternativ mit einem Schnuller oder einer Babyflasche gestillt werden kann.

 

Geschwollene BrĂŒste beim Abstillen, Brustschmerzen

 

Wenn deine BrustdrĂŒsen weiterhin Milch produzieren, die Nachfrage aber immer geringer wird, kann sich daraus ein Milchstau ergeben. Dieser zeigt sich durch eine harte und geschwollene Brust und durch schmerzende Stellen. Manchmal fĂŒhlst du dich regelrecht krank und vielleicht bekommst du auch Fieber. Es ist dann besser, die Milch nur auszustreichen und nicht mit einer Milchpumpe abzupumpen, da ansonsten die Milchbildung nur wieder weiter angekurbelt werden wĂŒrde.

Im Falle eines Milchstaus helfen kĂŒhle Wickel beispielsweise aus Quark. Wenn sich das Problem nicht nach wenigen Tagen erledigt, solltest du einen Arzt aufsuchen, denn aus einem Milchstau kann sich eine schmerzhafte BrustentzĂŒndung (Mastitis) entwickeln.

 

Hilfsmittel und Tipps zum Abstillen

 

Tipps und Hausmittel zum Abstillen sind gerade fĂŒr die erste Zeit wichtig und wertvoll. Lasse deinem Baby genĂŒgend Zeit fĂŒr diesen wichtigen und einschneidenden Abnabelungsprozess.

Damit die Milchmenge reduziert wird, ist es besser, die Brust bei Bedarf auszustreichen, als abzupumpen, da bei zu viel Abpumpen die Milchmenge neuerlich angeregt wird. Die Milchpumpe hilft bei VerhĂ€rtungen und Schwellungen. Es hilft auch, wenn du nach dem Stillen kĂŒhlende Kompressen auf die Brust legst. Auch Kohlwickel sind ein beliebtes Hausmittel.

Milchpumpen können beim Abstillen unterstĂŒtzen

Eine Milchpumpe hilft bei VerhÀrtungen oder Schwellung

Auch das Abstillen mit Tee wird immer wieder empfohlen. Dabei ist es hilfreich, tĂ€glich mehrere Tassen Salbeitee oder Pfefferminztee zu trinken, um die Milchmenge auf ganz natĂŒrliche Weise zu reduzieren. Zu viel davon sollte allerdings nicht getrunken werden, eine bis zwei Tassen pro Tag ist erst mal ausreichend.

Wenn ein schnelles Abstillen angesagt ist, verschreiben manche Ärzte Medikamente wie Bromocriptin, damit die Milch quasi von heute auf morgen versiegt. Dabei wird die Milchbildung verhindert, indem das Stillhormon Prolaktin unterdrĂŒckt wird.

Solche Medikamente zum Abstillen sind allerdings nicht unumstritten und sollten nur im Notfall und niemals leichtfertig eingenommen erden. Es wird nun nicht mehr routinemĂ€ĂŸig zum Abstillen verschrieben, sondern nur bei berechtigen medizinischen GrĂŒnden, wie du hier nachlesen kannst. Bei der Einnahme kam es zu schweren bis tödlichen Nebenwirkungen.

 

Wie lange dauert das Abstillen?

 

Das Abstillen, vor allem das sanfte und natĂŒrliche Abstillen, braucht seine Zeit. Doch wie lange braucht es eigentlich, bis keine Milch mehr kommt?

Das ist eine Frage, die so pauschal nicht beantwortet werden kann. Fest steht, dass die Milchbildung nicht sofort zum Erliegen kommt. Es ist ganz normal, wenn noch Wochen, teilweise sogar Monate danach noch ein wenig Milch gebildet wird. Manchmal ist noch Jahre nach dem Abstillen Milch in der Brust.

Du solltest aber nicht zu sehr an der Brust herumdrĂŒcken, um zu schauen, wieviel Milch noch da ist, sondern sie am besten in Ruhe lassen. Sollte es nach dem Abstillen noch zu einer prallen oder schmerzhaften Brust kommen, besteht Handlungsbedarf. Frage dann am besten deinen Arzt oder die Hebamme um Rat.

 

Wie lange dauert die RĂŒckbildung der Brust?

 

Als Folge des Abstillens bildet sich die Brust samt DrĂŒsengewebe zurĂŒck. Das wiederum bedeutet, dass die Brust in den Wochen danach sowohl weicher, als auch schlaffer und kleiner wird. Das muss aber kein Dauerzustand bleiben.

Das Fettgewebe, welches den MilchdrĂŒsen gewichen war, baut sich nun nach und nach wieder auf. Das heißt, dass die Brust irgendwann auch wieder runderund weicher aussieht. Wie lange genau dieser Prozess dauert, ist unterschiedlich – von ein paar Wochen bis hin zu ein paar Monaten ist alles realistisch.

 

Viel NÀhe und Zuwendung wÀhrend und nach dem Abstillen

 

Weil Stillen fĂŒr Mutter und Babys vor allem auch NĂ€he und ZĂ€rtlichkeit darstellt, ist es wichtig, dass du gerade in der Zeit des Abstillens und danach dafĂŒr sorgst, dass dein Baby auch ganz ohne Stillen genĂŒgend Zuwendung und ZĂ€rtlichkeit erfĂ€hrt.

Babymassage, zusammen singen, es viel tragen oder zusammen kuscheln sind eine gute Möglichkeit, um den fehlenden Körperkontakt wieder auszugleichen. Vor allem Nachts beruhigen Streicheleinheiten dein Baby und lassen es sanft wieder einschlafen.

 

Der Abschied vom Stillritual

 

Zweifellos ist der Abschied vom Stillen wehmĂŒtig und fĂ€llt auch den meisten MĂŒttern schwer. Nicht wenige fallen in dieser Phase in ein regelrechtes Loch. Und das, obwohl sich fast alle stillenden MĂŒtter mehr UnabhĂ€ngigkeit von ihrem Baby wĂŒnschen wĂŒrden. Wenn es dann so weit ist, ist der Abschied oft schmerzhaft.

Das liegt auch dran, dass die Zeitspanne, in der gestillt wird, oft viel zu kurz ausfĂ€llt. Viele Hebammen sind der Ansicht, dass das Abstillen ohne Schmerz klappt, wenn Frauen ihren Kindern mindestens ein Jahr lang die Brust geben – auch wenn Langzeitstillen derzeit noch verpönt ist. Langes Stillen ist Balsam fĂŒr die Seele von Mutter und Baby.

Neue Rituale ersetzen die innige Stillzeit

Neue Kuschelrituale machen den Abschied leichter

Neue Rituale, welche die NÀhe beim Stillen ersetzten, können beim Abschied helfen. Zum Beispiel eine Kuschelrunde nach dem Essen, gemeinsame Lesezeit oder exklusive Spielrunden nur mit Mama.

 

Fazit

 

Auch die schönste Stillzeit geht einmal vorbei. Viele MĂŒtter sehen dem Abstillen mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Einerseits ist da die vermeintliche Trennung vom Baby, welches sich beim Abstillen ganz eindeutig von der Mutter abnabelt. Andererseits bedeutet nicht mehr Stillen auch mehr Freiheit.

Wichtig ist, dass du hierbei auf dich selber hörst und dir von anderen nichts vorschreiben und kein schlechtes Gewissen einreden lĂ€sst. Auch wenn die angebliche gesellschaftliche Norm eine gewissen Druck ausĂŒbt: Stille, solange es fĂŒr euch beide möglich ist. Es gibt fĂŒr dein Baby nichts Besseres als Muttermilch, auch noch weit ĂŒber den Zeitpunkt der Beikostreife hinaus.

Solltest du Probleme beim Abstillen bekommen, suche dir Rat bei einer erfahrenen Hebamme, einer Stillberaterin oder beim Arzt deines Vertrauens.

So oder so wird das Abstillen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine emotionale Angelegenheit, sowohl fĂŒr dich als auch fĂŒr dein Baby. Sei also nachsichtig mit dir und mit deinem Baby. Auch die hormonelle Umstellung dabei ist groß. Dennoch kannst du, sobald die Stillzeit vorĂŒber und dein Baby abgestillt ist, andere Möglichkeiten finden, um NĂ€he aufzubauen. NĂ€he ist weiterhin essenziell fĂŒr dein Kind.

 

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Hi, mein Name ist Anna. Ich gehöre zum Autoren Team, welches dich zu allen Themen rund um Baby, Kind und Familie begleitet. Als erfahrene Mutter von zwei Kindern weiß ich genau wie schwierig der Alltag sein kann. Deshalb möchte ich dir hier auf babysicherheit24.de meine Erfahrung zur VerfĂŒgung stellen!